Veröffentlicht in AfD, Analyse, Identitäre, Neue Rechte

Woher kommt das Geld der Identitären?

Aktivismus und Medienöffentlichkeit kosten Geld – nur wo bekommen Identitäre solches her, wo sie doch formal keiner Partei vorgelagert sind? Hier ein Überblick!

  1. Merchandise

Über den Versand Phalanx Europa werden T-Shirts, Polohemden und Hoodies zu – recht teuren – Preisen verkauft.

Phalanx
Screenshot Phalanx Europa

Es gibt auch eine französische Variante: Boutique Identitaire. Das Prinzip ist dasselbe.

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Screenshot Boutique Identitaire

2. Mitgliedsbeiträge

Auf einer Demonstration in Spielfeld 2015 gab ein Identitärer aus Graz im Gespräch an, 80 Euro pro Jahr an Mitgliedsbeiträgen abzuführen. Verglichen mit anderen Jugendorganisationen ist das ein recht hoher Betrag.

3. Spenden

Die Identitären in Österreich und Deutschland haben jeweils einen Verein gegründet. In Österreich ist es der „Verein zur Erhaltung und Förderung der kulturellen Identität“, in Deutschland der „Identitäre Bewegung Deutschland e. V.“

In Österreich hat man auch ein Spendenkonto eingerichtet.

Spenden
Screenshot Identitäre Bewegung Österreich

4. „Einprozent“ unterstützt

Einprozent.de ist so etwas wie ein Dienstleister in Sachen Öffentlichkeits- und Kampagnenarbeit für AkteurInnen der Neuen Rechten bzw. für „besorgte BürgerInnen“, die gern etwas gegen Flüchtlingsunterkünfte und Co. unternehmen möchten, selbst aber nicht über Ausstattung, rhetorische Skills und Wissen über Aktionsplanung und z.B. Filmproduktion verfügen. Einprozent.de möchte – neben Netzwerken – vor allem Geld lukrieren, weswegen die Protagonisten (darunter Götz Kubitschek (IfS, „Antaios“-Verlag, Sezession), Jürgen Elsässer (Compact) und Hans-Thomas Tillschneider von der AfD) zu Spenden aufrufen. Mit dem Geld soll Öffentlichkeitsarbeit und Merchandise (Videos, T-Shirts…), aber auch Klagen gegen politische GegnerInnen (z.B. Angela Merkel) finanziert werden.

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Screenshot einprozent.de

Das Verhältnis zu den Identitären ist eng. Sieht man sich die Auflistung jener Gruppen an, die „Einprozent“ mittragen, so sind von den 68 Gruppen 38 Identitären-Ableger in diversen Städten. Sie sind also zur Stelle, wenn in Dorf X jemand ein selbstästhetisierendes Video mit Hipsterfilter gegen Flüchtlinge produzieren möchte.

Und was bekommen Identitäre im Gegenzug? Berichten zufolge Geld – und zwar in fünfstelliger Höhe. So haben alle was davon: Identitäre finanzieren sich und die besorgten Bürger bekommen junge AktivistInnen, die in Einheitsshirts wackelige Zäune um Flüchtlingsunterkünfte bauen und das Ganze mit gefühlvoller Musik untermalen.

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